Der Spreewald

hat einen Zauber, dem man sich nur schwer entziehen kann.

Wenn man eine Seelenlandschaft hat, so wie man auch einen Seelenhund haben kann, dann ist meine der Spreewald.
Dachte ich doch immer ich sei eine Wasserschamanin, weil es mich so zum Meer hinzieht und ich dort meinen Kopf richtig klar bekomme, mein Herz und meinen Bauch auch. Es zieht mich zum Wasser aber mein Zauberland ist nicht am Meer. Es ist zwischen Wald und Wasser, zwischen Himmel und dunklem fruchtbaren Boden. Es ist in diesem Land der Lutken und des Schlangenkönigs, der Buschweibchen und Wassermänner.


Das erste Mal waren wir 2019 im Sommer in Lübbenau. Es war ein heißer Sommer aber da dort soviel Schatten ist, machte uns das nicht viel aus. Es liegt eine tiefe Ruhe über diesem Zauberland. Obwohl dort außer uns noch einen Menge Touristen waren und der kleine Ort trubelig anmutete konnte man doch mit einige wenigen Schritten diesem Trubel entfliehen. Ganz mit sich und bei sich sein. Das dunkle Grün, das glitzernde Wasser der Fließe, die durch die Luft tanzenden Libellen und die klare Luft genießen.
Wir hatten nur ein paar Tage aber dieser Ort hat sich in meiner Seele festgesetzt. So fuhren wir in den Herbstferien dorthin wo so schöne Geschichten ihren Ursprung haben, in die Lausitz. Zurück in den Spreewald.

Jetzt im Herbst sieht es anders aus, bunter. Das Laub leuchtet in diversen Farben, der Himmel ist nicht ganz so blau aber dafür ziehen Kraniche über diesen wunderschönen Flecken. Es ist kalt und klar und ich hatte Zeit mich ein wenig mit den Sagen der Lausitz zu befassen. Es sind viele und sie inspirieren mich.

Besonders mag ich das kleine Volk, die Lutken oder auch Zwerge. Die Sorben nenne sie Lutki und man erzählt sich, das es sich um kleine Menschen gehandelt hat, die auf der Erde in Höhlen gewohnt haben bevor das Christentum mit seinem lauten Glockengeläut sie unter die Erde getrieben hat, wo sie fortan lebten. Ich kann das sehr gut nachvollziehen. Manche Kirchenglocken haben einen Ton, der mich eher vergrault als das ich jetzt direkt das Bedürfnis hätte in die Kirche zu gehen.

Aber es gibt so viele Sagen und Sagenfiguren und ich habe gerade erst begonnen sie zu entdecken…..der Spreewald macht etwas mit mir und das gefällt mir sehr.
So sehr, das ich auf der Seite einen Link hinzugefügt habe. Bei Spreewald Insider kann man ganz viele Angebote für In und Outdoor Aktivitäten und Veranstaltungen finden. Einfach mal durchklicken.


Eine kleine Bilderauswahl aus dem Reich des Schlangenkönigs.



Bis dahin
Leben, lieben, lachen und das Atmen nicht vergessen

Herzlichst
Anna

Von Tod und Leben und vom Aufräumen

Ein innerer Prozess, diese Auseinandersetzung mit dem Sterben. Es hat mich ein wenig gebeutelt. Geschüttelt und gerührt aber ohne Olive. Manchmal brauche ich es geschüttelt zu werden.
Das hatte ich vergessen. Wie dringend diese Schüttelung notwendig war zeigt sich, nachdem ich mich genug geschüttelt habe oder doch eher geschüttelt wurde? Wie gut ist es dann Helfer zu haben, die Unterstützung anbieten. Das Angebot allein reicht manchmal schon, um sich richtig ausschütteln zu können. Menschliche Helfer oder geistige Helfer, wo ist der Unterschied, gibt es überhaupt einen?
Das Krafttier Pferd fällt mir ein und dieser Text, den ich schon vor einiger Zeit geschrieben habe

Manchmal reise ich mit meiner Trommel, manchmal auch nicht. Die Verbindung bleibt jedoch, ist immer da. Krafttiere erscheinen und geben Rätsel auf. Überhaupt ist das Krafttier an sich ein Wesen, das in Rätseln spricht. Das macht mir nichts, ich mag Rätsel. Die Überlegungen sind dann mehr oder weniger erfolgreiche Lösungsversuche. Sie lösen Knoten in meinem Hirn. Manchmal auch die im Bauch. An und für sich ist das Pferd kein rätselhaftes Tier. Es steht für Stärke und Geschwindigkeit. Aber auch für Aufbruch, einen Neubeginn. Altes hinter sich lassen, sich ohne Bedauern verabschieden und den Weg in unbekannte Gefilde wagen. Großreinemachen. Frühjahrsputz. Innenwelten und Außenwelten wollen gereinigt sein. Loslassen und Entrümpeln. Neuausrichten. Aufsteigen, losreiten, das Pferd übernimmt die Führung und erzählt dir Geschichten. Von der Kraft, der Freiheit und dem Wind in den Haaren. Das Pferd ist ein Zaubersänger, sein Lied berührt und verändert. Es singt das Lied vom Wandern zwischen den Welten. Es führt heim zur wilden Seele und zurück in eine ungebändigte Lebenslust. 

Bis dahin
Leben, lieben, lachen und das Atmen nicht vergessen

Herzlichst
Anna

Wandern lässt die Nacht in Träumen

Für manche ist Dunkelheit mit Depression oder Traurigkeit verbunden. Ich finde Dunkelheit angenehm ja sogar schön. Warm, erdig und weich sind die ersten Begiffe, die mir einfallen. Es finden sich unterschiedliche Abstufungen in den Tönen der Nacht, im Schwarz, im Blau, Im Braun und auch ein Hauch von Licht ist immer zu erahnen, der der Dunkleheit ein bisschen Mystik verleiht.
Gut, ob ich jetzt allein durch finstere Wälder laufen würde ohne zumindest den Hauch eines Erschauerns zu verspüren, wage ich zu bezweifeln. Aber ehrlich gesagt habe ich das noch nicht versucht, wäre mal ein Experiment wert.
Im Moment lass ich die Dunkelheit in meinen Arbeiten leuchten.
Obwohl ich derzeit das kleine Format bevorzuge habe ich doch zu einer Leinwand gegriffen, die bei mir im Atelier herumstand. Es war eine alte Arbeit, die ich vor geraumer Zeit aus meinem Lager mitgenommen habe, um sie zu überarbeiten. Ich hatte sie völlig vergessen und beim Aufräumen ist sie mir in die Hand gefallen und ich konnte nicht widerstehen.

Da ich aus gesundheitlichen Gründen (meine Arthrosen, ich sollte Ihnen Namen geben, wie wäre es mit Elke und Sabine?) momentan nicht an der Staffelei arbeiten kann, kam sie auf den Tisch und hier ist das Ergebnis.

80 x 80 cm, Mixedmedia auf LW.

Jetzt wieder zurück an die kleinen Formate!

Bis dahin
Leben, lieben, lachen und das Atmen nicht vergessen

Herzlichst
Anna

Ein Interview

Als Oliver Hübner, Autor und Inhaber der Agentur Blogwerk mich fragte, ob ich Interesse hätte für das SELMagazin zu schreiben habe ich mich sehr gefreut. Zunächst dachte ich an einen ersten Artikel, der sich mit der hiesigen Landschaft befassen sollte. Ich fühle mich dem Land um mich herum sehr verbunden, besonders den Reihern und im speziellen den Graureihern. Aber das Thema kommt noch. Wer was über meine Verbindung mit den Graureihern wissen möchte, der kann schon mal hier lesen…..

Mein erster Artikel wurde dann ein Interview mit einer hiesigen Fotografin/Fotokünstlerin.
Vanessa Riphaus habe ich auf Instagram entdeckt und mich ein wenig in Ihre Arbeiten verliebt.
Sie sind teils dunkel und verwunschen, teils klar und pur, manchmal auch verspielt und romantisch.

Hier geht es zum Interview!
Vanessas Website
Vanessas Instagram Account

Viel Spaß beim Schauen!

Bis dahin
Leben, lieben, lachen und das Atmen nicht vergessen

Herzlichst
Anna

Langsam arbeite ich mich voran…

Der Urlaub ist vorüber und zusätzlich habe ich mir eine lange Auszeit gegönnt.

In der Zwischenzeit war ich allerdings nicht völlig untätig. Ich besuche einen Kurs, der mich zur Sterbe/Trauerbegleiterin ausbildet. Kann man in dem Zusammenhang eigentlich von Ausbildung reden? Nein, eher nicht. Es ist ein Befähigungskurs. Ausserdem habe ich, nachdem ich damit schon vor einigen Jahren begonnen habe eine Ausbildung zur Heipraktikerin für Psychotherapie begonnen und wieder abgebrochen habe, jetzt nochmal den Anfang gewagt. Ich hoffe im Oktober kommenden Jahres die Prüfung abzulegen. Damals haben mich meine Kurse und Workshops abgehalten, jetzt wo ich nur noch ein kleines bisschen unterrichte, ist endlich die Zeit dafür da. Und auch der Kopf ist frei zu lernen und sich auf Neues einzulassen.

Aber auch die Malerei hat mich wieder.

Auf kleinen Leinwänden arbeite ich genauso gern wie auf Papieren.
Das Formate geben mir, trotz der geringen Fläche die sie aufweisen, viel Raum.

Mein kleinstes bisher ist 30 x 20 cm; Mixedmedia auf LW.

Bis dahin
Leben, lieben, lachen und das Atmen nicht vergessen

Herzlichst
Anna

„zurückgefordert“

Ich schrieb ja bereits über das “ Zurückfordern“ der Seiten, die sich in diesem schrecklichen Buch aus der Nazizeit befinden.
So schneide ich also mit einem alten Rasiermesser Seiten aus dem Buch, machmal lese ich ein paar Zeilen aber nicht oft. Zu grauselig erscheint mir das Werk aber das heraustrennen der Seiten hat etwas von filetieren, was ich durchaus genieße.

Zerlegen, untersuchen, ausnehmen, bearbeiten, das hat was. Verwandlung von etwas Schlechtem in etwas Gutes.
Um es mit Queen zu sagen“ It’s a kind of magic“ und ich bewirke mit Farben, Pinsel und diversen anderen Zutaten einen magischen Zauber.

Nach Überlegungen wie aus diesen Texten – Belege deutscher Überheblichkeit und faschistischen Wahns – noch etwas wirklich Gutes erwachsen kann, habe ich mich entschieden die fertigen Blätter zu verkaufen, wobei die Hälfte des Erlöses an Amnesty International geht.
Wenn ich meine Bilder über eine der Online Galerien, auf denen ich vertreten bin anbiete, gehen 40 bis 50 % an die jeweilige Galerie, da ist diese Lösung weitaus sinnvoller.


Die Blätter sind preislich nicht zu hoch angesetzt; jeweils 89, 00 Euro incl. Verpackung und Versand.

Wenn du eine der Arbeiten erwerben willst sende bitte eine Mail mit der Info, an welchem der Blätter du interessiert bist und mit deiner Adresse an anna.schueler@gmx.de.
Ich teile dir dann meine PayPal Adresse mit.
Nach Zahlungseingang wird das Bild direkt incl. Rechung (mit dem Vermerk bezahlt) und Zertifikat, sowie dem Beleg der Überweisung an Amnesty International, verschickt.

Hier können die Blätter einzeln angesehen und auch vergrößert werden.

Bis dahin
Leben, lieben, lachen und das Atmen nicht vergessen

Herzlichst
Anna

Freunde und Feinde

Ich zitiere mich jetzt mal selber…
„Was ich aber tun kann ist gerade jetzt, in der Zeit in der der Antisemitismus, der still und leise über Jahrzehnte heimlich überleben konnte, sich nun langsam in diesem Land wieder ans Tageslicht traut, laut zu sein.
Laut zu sein gegen Rechts und gegen eigentümliche Verbrüderungen, die in der Querdenkerszene einen Nährboden gefunden haben, gegen all die seltsamen Gesellen mit völkischem Gedankengut….. „

Das schrieb ich im letzten Beitrag hier vollmundig und nach wie vor stehe ich zu der Aussage.

Laut zu sein ist nicht immer leicht. Es ist dann leicht wenn man oder frau sich Unbekannten gegenübersieht, wenn es sich um eine Menschengruppe handelt, mir der man nichts zu tun hat, mit der man keinen Kaffee trinkt, keine gemütlichen gemeinsamen Abende erinnert.

Schwierig wird es dann, wenn es sich um „Freunde“ handelt; Menschen, die man mag – bzw. mochte?
Was ist passiert in den letzten 1.5 Jahren, der Pandemiezeit, das sich jetzt der Bekannten und Freundeskreis spaltet in gut und böse, in Feind oder Freund.
Nicht nur bei mir sondern auch bei anderen Menschen höre ich das Freundschaften oder Familien zerbrechen. Und warum? Weil jede/r eine andere Sicht auf die Dinge hat?
Alles vermischt sich. Nicht jeder der sich Querdenker nennt, ist gleichzeitig ein Nazi, ich weiß.
Allerdings habe ich feststellen müssen, das in dieser Gruppe ein sehr rauher, teilweise agressiver Ton herrscht, wenn es darum geht “ Andersgläubige “ zu bekehren.
Selbst unter Freunden, Bekannten, Familienmitglieder entwickelt sich ein eigenartiger Mechanismus, der mit Streitkultur herzlich wenig zu tun hat. Freunde, Bekannte, Familienmmitglieder driften ab in eine Art dunklen Untergrund, in dem sich leicht mal einfach nur besorgte oder ängstliche Menschen mit EsoterikInnen, Mitgliedern dubioser Parteien und AnhängerInnen von Verschwörungstheorien vermengen.

Laut zu sein ist nicht immer leicht. Es ist dann nicht leicht wenn durch den Schleier der Traurigkeit der laute Ton gedämpft wird. Aber Schleier sind ja schließlich dazu da, um gelüftet zu werden……manchmal dauert es halt einen Moment.

Ich habe lange gewartet mich mit dem unsäglichen Buch zu befassen, das ich im letzten Beitrag erwähnt habe, aber nun sind die ersten Seiten sorgfältig mit einem scharfen Rasiermesser herausgetrennt.

Nachdem ich zunächst mit Tuschen gearbeitet habe und nicht zufrieden war, weil noch ich zuviel des Originaltextes sehen konnte, bin ich dazu übergegangen mit alten Papieren, Stoffresten und ähnlichen Fundstücken aus meinen Kisten, mehr zu überdecken.
Noch bin ich auf dem Weg und so sieht es gerade auf meinem Tisch aus. Nix fertig bisher aber der Prozess ist interessant und ich bin gespannt wo die Reise hingeht.


Bis dahin
Leben, lieben, lachen und das Atmen nicht vergessen

Herzlichst
Anna

Impressum und Verwandlung

Man kann ja auf WordPress auch seine Statistiken einsehen. Ausser der Anzahl der Seitenbesuche und, was ich immer sehr interessant finde, die Länder aus denen mein Blog angeklickt wird gibt ja auch die „beliebteste Seite“.
Oh Wunder, die beliebteste Seite meines Blogs ist…..tadaaaa… mein Impressum!

Was man dort findet ist mein Name, meine Adresse und das hier:
Künstlerin
Kunstdozentin
Sozialtherapeutin
Schwerpunkt Kreativcoaching

Das stimmt aber so nicht mehr, das muss ich ändern. Ich habe das Therapieren und Coachen dran gegeben, das sollen jetzt andere machen. Manchmal doziere ist noch, immer künstlere ich und ich denke, fortwährend aber mit kleinen Unterbrechungen, wenn ich zum Beispiel im Garten bin.
Im Moment denke ich viel über dieses unsägliche Buch nach, das ich im vorherigen Beitrag erwähnt habe.
Das Buch, das ich wandeln möchte, verwandeln muss. Das Buch, das soviel mit meiner Familiengeschichte zu tun hat aber auch mit der Geschichte aller, die in meinem Alter sind, deren Eltern und Großeltern das dritte Reich noch miterlebt haben.
Die meisten, die über ihre Famlie im dritten Reich schreiben, erwähnen glücklich ihren Großvater, der im Widerstand war, ihre Familie, die Menschen versteckt und in Sicherheit gebracht hat.
Mein Großvater war nicht im Widerstand. Mein Großvater war mein allerliebster und bester Opa und er war Nazi.
Nicht irgendein Nazi, er war bei der SS und ich will auch gar nicht weiter darauf eingehen, ich weiß zu wenig. Ich hätte ihn gern gefragt warum? Aber er ist früh gestorben, ich war gerade zwölf Jahre alt, liebte ihn heiß und innig und die Gelegenheit ihn zu fragen kam nicht mehr.
Mit den Jahren habe ich dann einige, mehr als unschöne Dinge erfahren und so lebe ich mit dieser Ambivalenz und dem Bedürfniss danach, seine Taten wieder gut zu machen. Vielleicht könnte ich damit auch eine karmische Last von ihm nehmen?
Kann ich vermutlich nicht und an dem, was geschehen ist kann ich auch nichts ändern.
Was ich aber tun kann ist gerade jetzt, in der Zeit in der der Antisemitismus, der still und leise über Jahrzehnte heimlich überleben konnte, sich nun langsam in diesem Land wieder ans Tageslicht traut, laut zu sein.
Laut zu sein gegen Rechts und gegen eigentümliche Verbrüderungen, die in der Querdenkerszene einen Nährboden gefunden haben, gegen all die seltsamen Gesellen mit völkischem Gedankengut…..
Wirklich laut bin ich nicht. Meine Möglichkeiten sind eher leiser Art. Malen und Schreiben macht beides nicht viel Lärm.

Reclaimed paper ist ein netter Ausdruck, geht aber auch in deutsch, zurückgefordertes Papier!
Das Papier, das in diesem Buch ist, werde ich zurückzufordern, es Seite für Seite verwandeln.
Ich will nicht im Buch direkt arbeiten, dann würde das Buch ja noch weiter existieren und die Berechtigung hat es für mich nicht. Das Papier selber ist erstaunlich fest also lässt sich sicherlich gut darauf arbeiten.


Und so sieht es nicht mehr lange aus!
Es wird mir eine große Freude sein, das Buch auf diese Art verschwinden zu lassen. Sicher verschwindet dadurch die Geschichte nicht, ich kann nichts mehr ändern, nichts wieder gut machen aber ich kann dieses „Werk“ verwandeln.

Bis dahin
Leben, lieben, lachen und das Atmen nicht vergessen

Herzlichst
Anna




Bücher

Derzeit arbeite ich gern und viel in Büchern. Das Arbeiten mit und in Büchern wird zu einer Passion. Ich habe eine Menge alter Bücher, alter Buchdeckel, alter Papiere
Es gibt mein kleines ledergebundenes Buch, einige Arbeiten kann man in den vorangegangenen Einträgen sehen.

Bei diesem großen Journal handelt es sich um einen Sammelband der katholischen Zeitschrift für die Frau und Mutter – MONIKA – . Ich lasse einige Seiten in diesem Buch frei, damit noch Texte aus der Zeit zu lesen sind, Artikel zur Kindererziehung, zur Ehe, Kochrezepte und Häkelanleitungen sowie viel Werbung zu diversen Artikeln, die frau in der Nachkriegszeit, den Wirtschaftswunderjahren benötigte.
Vieles erscheint aus heutiger Sicht skuril und doch haben sowohl meine Großmutter als auch meine Mutter in diesen Heften, der damaligen Zeit entsprechende Informationen und Anleitungen gefunden. Vielleicht ja ein Äquivalent zu den massenweise Frauenmagazinen, die es heute gibt. Ich sehe von den Themen her keine großen Unterschiede.
Meine Oma, von der ich diese Bände – ja es gibt mehr als einen Sammelband – geerbt habe, war sehr katholisch und vielleicht war dieses Monatsheft Halt und Unterstützung in den Nachkriegsjahren.

Es macht mir Freude dieses Buch zu verwandeln! Mit der Brüchigkeit des Papiers umzugehen, mit der Zartheit der Erinnerungen zu arbeiten. Es ist persönlich und daher kostbar.
Es hat ziemlich viele Seiten und so ist die Arbeit an der Verwandlung daran ein mehrjähriges Projekt.


Die letzten Einträge:

Und es gibt ein weiteres Buch, das ich gern bearbeiten/ verwandeln möchte. Aus privaten/ persönlichen Gründen. Aus politischen Gründen. Das private ist politisch? In diesem Fall ja!
Das Buch hat den Titel“ Das Schicksalbuch des deutschen Volkes“ Untertitel : Von Hermann dem Cherusker bis Adolf Hitler und hat stolze 350 Seiten. Auf der ersten Seite erscheint ein gezeichnetes Konterfei von A. Hitler und auf der letzten Seite findet man ein Loblied “ ……. Denn in Hitler und den Seinen ist das neue Deutschland aufgebrochen……“
Ich könnte speien, um es mal hübsch auszudrücken.
Das Buch habe ich mal von jemandem mit einer Kiste anderer alter Bücher und Krams geschenkt bekommen.
Ich arbeite gern mit Krams, mit Dingen, die übrig bleiben, wenn ein Mensch einen Teil seines Lebens entsorgen möchte oder wenn ein Mensch für immer geht. Ich arbeite gern mit Erinnerungen, mit Vergänglichem aber vor allem mit dem was bleibt. Ich habe eine Sammlung an Nestern, die ich nach Stürmen gefunden habe und Schädeln u.s.w.
Wie auch immer…. ich habe also die Kiste gern genommen, ohne sofort zu schauen, was alles darin war.
Nun weiß ich es.
Das Buch ist ein Problembuch für mich. Probleme kann man nur lösen wenn man sie angeht. Angehen heißt für mich Verwandeln. Ich weiß noch nicht genau wie, das Buch ist sehr dick. Löse ich Seiten heraus und bearbeite sie einzeln? Nehm ich das Buch als Ganzes? Oder schmeiß ich es ins Feuer. Verbrennen ist ja auch eine Art Wandlung.

Das Buch hat viel mit meiner Familiengeschichte zu tun. Daher ist verbrennen für mich keine Lösung, Verdrängen ist keine Option sondern ich muss es anders angehen. Wie genau? Das wird sich finden!

Bis dahin
Leben, lieben, lachen und das Atmen nicht vergessen

Herzlichst
Anna



Zurück zur Kunst

Im Moment mal ich kleine, teilweise sehr kleine Formate.
Das Journal sowie die, teilweise winzigen, Arbeiten in A6 bieten mir die Möglichkeit zum Kern zurück zu kommen.
Kunst, die nicht danach trachtet, etwas zu bedeuten oder etwas anderes zu sein als eine Momentaufnahme. Kunst, die nicht im geringsten etwas mit Kunst verkaufen zu tun hat. Kunst, bei der nicht der Gedanke an den Kunstmarkt eine – vielleicht auch nur kleine – Rolle spielt. (und erzähle mir keine/r der Gedanke sei nicht, wenn auch vielleicht nur unbewusst, vorhanden).
Das ist auch in Ordnung so, wir möchten schließlich alle von unserer Kunst, unserer Arbeit leben können.
Seit einiger Zeit empfinde ich Kunst allerdings, jedenfalls vieles was mir unter die Augen kommt, als marktangepasst.
Was ich auch schlimm finde, es wird im Eiltempo produziert als wäre der Leibhaftige hinter einem her. Meine Güte, so schnell kann ich gar nicht pinseln, aber ich fühle mich auch nicht vom Leibhaftigen gescheucht.
Massenweise neue Anbieter von Online Kunstkursen schießen aus dem Boden. Was ein Markt!
Dort kann man/frau „versprochen“ in Windeseile lernen zu malen, abstrakte Werke in Serien herzustellen, die sich dann“selbstverständlich“ auch gut verkaufen lassen. Das gibt es nicht nur in Deutschland sondern überall scheint das Bedürfnis, als „Künstler/In“ erfolgreich zu sein immer größer zu werden und natürlich machen viele gern ein gutes Geschäft damit, dieses Bedürfnis zu befriedigen. Was übrigens bei mir zur Folge hat, das ich schon überlegt habe, mir einen anderen Beruf zu suchen. Ich bin durchaus aufgeschlossen, noch mal zu studieren. Psychologie wäre gut, dann könnte ich mich aus professioneller Warte auf dieses Phänomen konzentrieren.

Ich weiß es klingt böse, aber teilweise sehe ich schauerliches Geschmiere, das auf manchen Plattformen als Kunst angeboten wird, von Menschen, die vor maximal einem Jahr das erste Mal einen Pinsel in die Hände genommen haben und sich nun berufen fühlen. Manchmal allerdings sogar von Leuten, die sich seit Jahren als Künstler*in bezeichnen und die immer noch genau den gleichen Mist produzieren wie am Anfang ihrer „Karriere“. Nunja……
Gelegentlich fällt mir schon fast bewundernd staunend der Pinsel aus den Hand, wenn ich sehe wie schlecht die Arbeiten sind. Da ist eine Menge Chuzpe im Spiel!

Genug geschimpft. Es gibt auch sehr viele Künstler*Innen, deren Werke ich sehr mag, deren Arbeit ich ebenso schätze wie ihre Persönlichkeit und ihren Drang in ihrer Arbeit authentisch zu bleiben.

Zurück zum Kunstmarkt.
Der ist mir mittlerweile ein bisschen Zuwider und ich habe mich teilweise ausgeklinkt. Man muss ja nun wirklich nicht auf jedem Portal vertreten sein, eines reicht. Aber ich werde nun nicht Psychologie studieren obwohl es auf dieser Welt so einiges gibt, das ich nicht verstehe und das vermutlich interessant genug wäre, um genauer beleuchtet zu werden.
Aber ich muss ja nicht alles verstehen.
Statt dessen erschließt sich mir mit der „unverkaufbaren“ Kunst ein Weg zurück zur Kunst an sich. Zur Kunst um ihrer selbst willen und das ist ein unbeschreibbarer Genuss. Momentan, ich weiß das kann sich jederzeit so schnell ändern, wie meine Haarfarben, will ich nur auf kleinen Formaten arbeiten, behutsam und mit fast zärtlicher Vorsicht auf und mit empfindlichen Papieren.

So in etwa…..

Spread 7

Bis dahin
Leben, lieben, lachen und das Atmen nicht vergessen

Herzlichst
Anna