„zurückgefordert“

Ich schrieb ja bereits über das “ Zurückfordern“ der Seiten, die sich in diesem schrecklichen Buch aus der Nazizeit befinden.
So schneide ich also mit einem alten Rasiermesser Seiten aus dem Buch, machmal lese ich ein paar Zeilen aber nicht oft. Zu grauselig erscheint mir das Werk aber das heraustrennen der Seiten hat etwas von filetieren, was ich durchaus genieße.

Zerlegen, untersuchen, ausnehmen, bearbeiten, das hat was. Verwandlung von etwas Schlechtem in etwas Gutes.
Um es mit Queen zu sagen“ It’s a kind of magic“ und ich bewirke mit Farben, Pinsel und diversen anderen Zutaten einen magischen Zauber.

Nach Überlegungen wie aus diesen Texten – Belege deutscher Überheblichkeit und faschistischen Wahns – noch etwas wirklich Gutes erwachsen kann, habe ich mich entschieden die fertigen Blätter zu verkaufen, wobei die Hälfte des Erlöses an Amnesty International geht.
Wenn ich meine Bilder über eine der Online Galerien, auf denen ich vertreten bin anbiete, gehen 40 bis 50 % an die jeweilige Galerie, da ist diese Lösung weitaus sinnvoller.


Die Blätter sind preislich nicht zu hoch angesetzt; jeweils 89, 00 Euro incl. Verpackung und Versand.

Wenn du eine der Arbeiten erwerben willst sende bitte eine Mail mit der Info, an welchem der Blätter du interessiert bist und mit deiner Adresse an anna.schueler@gmx.de.
Ich teile dir dann meine PayPal Adresse mit.
Nach Zahlungseingang wird das Bild direkt incl. Rechung (mit dem Vermerk bezahlt) und Zertifikat, sowie dem Beleg der Überweisung an Amnesty International, verschickt.

Hier können die Blätter einzeln angesehen und auch vergrößert werden.

Bis dahin
Leben, lieben, lachen und das Atmen nicht vergessen

Herzlichst
Anna

Freunde und Feinde

Ich zitiere mich jetzt mal selber…
„Was ich aber tun kann ist gerade jetzt, in der Zeit in der der Antisemitismus, der still und leise über Jahrzehnte heimlich überleben konnte, sich nun langsam in diesem Land wieder ans Tageslicht traut, laut zu sein.
Laut zu sein gegen Rechts und gegen eigentümliche Verbrüderungen, die in der Querdenkerszene einen Nährboden gefunden haben, gegen all die seltsamen Gesellen mit völkischem Gedankengut….. „

Das schrieb ich im letzten Beitrag hier vollmundig und nach wie vor stehe ich zu der Aussage.

Laut zu sein ist nicht immer leicht. Es ist dann leicht wenn man oder frau sich Unbekannten gegenübersieht, wenn es sich um eine Menschengruppe handelt, mir der man nichts zu tun hat, mit der man keinen Kaffee trinkt, keine gemütlichen gemeinsamen Abende erinnert.

Schwierig wird es dann, wenn es sich um „Freunde“ handelt; Menschen, die man mag – bzw. mochte?
Was ist passiert in den letzten 1.5 Jahren, der Pandemiezeit, das sich jetzt der Bekannten und Freundeskreis spaltet in gut und böse, in Feind oder Freund.
Nicht nur bei mir sondern auch bei anderen Menschen höre ich das Freundschaften oder Familien zerbrechen. Und warum? Weil jede/r eine andere Sicht auf die Dinge hat?
Alles vermischt sich. Nicht jeder der sich Querdenker nennt, ist gleichzeitig ein Nazi, ich weiß.
Allerdings habe ich feststellen müssen, das in dieser Gruppe ein sehr rauher, teilweise agressiver Ton herrscht, wenn es darum geht “ Andersgläubige “ zu bekehren.
Selbst unter Freunden, Bekannten, Familienmitglieder entwickelt sich ein eigenartiger Mechanismus, der mit Streitkultur herzlich wenig zu tun hat. Freunde, Bekannte, Familienmmitglieder driften ab in eine Art dunklen Untergrund, in dem sich leicht mal einfach nur besorgte oder ängstliche Menschen mit EsoterikInnen, Mitgliedern dubioser Parteien und AnhängerInnen von Verschwörungstheorien vermengen.

Laut zu sein ist nicht immer leicht. Es ist dann nicht leicht wenn durch den Schleier der Traurigkeit der laute Ton gedämpft wird. Aber Schleier sind ja schließlich dazu da, um gelüftet zu werden……manchmal dauert es halt einen Moment.

Ich habe lange gewartet mich mit dem unsäglichen Buch zu befassen, das ich im letzten Beitrag erwähnt habe, aber nun sind die ersten Seiten sorgfältig mit einem scharfen Rasiermesser herausgetrennt.

Nachdem ich zunächst mit Tuschen gearbeitet habe und nicht zufrieden war, weil noch ich zuviel des Originaltextes sehen konnte, bin ich dazu übergegangen mit alten Papieren, Stoffresten und ähnlichen Fundstücken aus meinen Kisten, mehr zu überdecken.
Noch bin ich auf dem Weg und so sieht es gerade auf meinem Tisch aus. Nix fertig bisher aber der Prozess ist interessant und ich bin gespannt wo die Reise hingeht.


Bis dahin
Leben, lieben, lachen und das Atmen nicht vergessen

Herzlichst
Anna

Impressum und Verwandlung

Man kann ja auf WordPress auch seine Statistiken einsehen. Ausser der Anzahl der Seitenbesuche und, was ich immer sehr interessant finde, die Länder aus denen mein Blog angeklickt wird gibt ja auch die „beliebteste Seite“.
Oh Wunder, die beliebteste Seite meines Blogs ist…..tadaaaa… mein Impressum!

Was man dort findet ist mein Name, meine Adresse und das hier:
Künstlerin
Kunstdozentin
Sozialtherapeutin
Schwerpunkt Kreativcoaching

Das stimmt aber so nicht mehr, das muss ich ändern. Ich habe das Therapieren und Coachen dran gegeben, das sollen jetzt andere machen. Manchmal doziere ist noch, immer künstlere ich und ich denke, fortwährend aber mit kleinen Unterbrechungen, wenn ich zum Beispiel im Garten bin.
Im Moment denke ich viel über dieses unsägliche Buch nach, das ich im vorherigen Beitrag erwähnt habe.
Das Buch, das ich wandeln möchte, verwandeln muss. Das Buch, das soviel mit meiner Familiengeschichte zu tun hat aber auch mit der Geschichte aller, die in meinem Alter sind, deren Eltern und Großeltern das dritte Reich noch miterlebt haben.
Die meisten, die über ihre Famlie im dritten Reich schreiben, erwähnen glücklich ihren Großvater, der im Widerstand war, ihre Familie, die Menschen versteckt und in Sicherheit gebracht hat.
Mein Großvater war nicht im Widerstand. Mein Großvater war mein allerliebster und bester Opa und er war Nazi.
Nicht irgendein Nazi, er war bei der SS und ich will auch gar nicht weiter darauf eingehen, ich weiß zu wenig. Ich hätte ihn gern gefragt warum? Aber er ist früh gestorben, ich war gerade zwölf Jahre alt, liebte ihn heiß und innig und die Gelegenheit ihn zu fragen kam nicht mehr.
Mit den Jahren habe ich dann einige, mehr als unschöne Dinge erfahren und so lebe ich mit dieser Ambivalenz und dem Bedürfniss danach, seine Taten wieder gut zu machen. Vielleicht könnte ich damit auch eine karmische Last von ihm nehmen?
Kann ich vermutlich nicht und an dem, was geschehen ist kann ich auch nichts ändern.
Was ich aber tun kann ist gerade jetzt, in der Zeit in der der Antisemitismus, der still und leise über Jahrzehnte heimlich überleben konnte, sich nun langsam in diesem Land wieder ans Tageslicht traut, laut zu sein.
Laut zu sein gegen Rechts und gegen eigentümliche Verbrüderungen, die in der Querdenkerszene einen Nährboden gefunden haben, gegen all die seltsamen Gesellen mit völkischem Gedankengut…..
Wirklich laut bin ich nicht. Meine Möglichkeiten sind eher leiser Art. Malen und Schreiben macht beides nicht viel Lärm.

Reclaimed paper ist ein netter Ausdruck, geht aber auch in deutsch, zurückgefordertes Papier!
Das Papier, das in diesem Buch ist, werde ich zurückzufordern, es Seite für Seite verwandeln.
Ich will nicht im Buch direkt arbeiten, dann würde das Buch ja noch weiter existieren und die Berechtigung hat es für mich nicht. Das Papier selber ist erstaunlich fest also lässt sich sicherlich gut darauf arbeiten.


Und so sieht es nicht mehr lange aus!
Es wird mir eine große Freude sein, das Buch auf diese Art verschwinden zu lassen. Sicher verschwindet dadurch die Geschichte nicht, ich kann nichts mehr ändern, nichts wieder gut machen aber ich kann dieses „Werk“ verwandeln.

Bis dahin
Leben, lieben, lachen und das Atmen nicht vergessen

Herzlichst
Anna




Bücher

Derzeit arbeite ich gern und viel in Büchern. Das Arbeiten mit und in Büchern wird zu einer Passion. Ich habe eine Menge alter Bücher, alter Buchdeckel, alter Papiere
Es gibt mein kleines ledergebundenes Buch, einige Arbeiten kann man in den vorangegangenen Einträgen sehen.

Bei diesem großen Journal handelt es sich um einen Sammelband der katholischen Zeitschrift für die Frau und Mutter – MONIKA – . Ich lasse einige Seiten in diesem Buch frei, damit noch Texte aus der Zeit zu lesen sind, Artikel zur Kindererziehung, zur Ehe, Kochrezepte und Häkelanleitungen sowie viel Werbung zu diversen Artikeln, die frau in der Nachkriegszeit, den Wirtschaftswunderjahren benötigte.
Vieles erscheint aus heutiger Sicht skuril und doch haben sowohl meine Großmutter als auch meine Mutter in diesen Heften, der damaligen Zeit entsprechende Informationen und Anleitungen gefunden. Vielleicht ja ein Äquivalent zu den massenweise Frauenmagazinen, die es heute gibt. Ich sehe von den Themen her keine großen Unterschiede.
Meine Oma, von der ich diese Bände – ja es gibt mehr als einen Sammelband – geerbt habe, war sehr katholisch und vielleicht war dieses Monatsheft Halt und Unterstützung in den Nachkriegsjahren.

Es macht mir Freude dieses Buch zu verwandeln! Mit der Brüchigkeit des Papiers umzugehen, mit der Zartheit der Erinnerungen zu arbeiten. Es ist persönlich und daher kostbar.
Es hat ziemlich viele Seiten und so ist die Arbeit an der Verwandlung daran ein mehrjähriges Projekt.


Die letzten Einträge:

Und es gibt ein weiteres Buch, das ich gern bearbeiten/ verwandeln möchte. Aus privaten/ persönlichen Gründen. Aus politischen Gründen. Das private ist politisch? In diesem Fall ja!
Das Buch hat den Titel“ Das Schicksalbuch des deutschen Volkes“ Untertitel : Von Hermann dem Cherusker bis Adolf Hitler und hat stolze 350 Seiten. Auf der ersten Seite erscheint ein gezeichnetes Konterfei von A. Hitler und auf der letzten Seite findet man ein Loblied “ ……. Denn in Hitler und den Seinen ist das neue Deutschland aufgebrochen……“
Ich könnte speien, um es mal hübsch auszudrücken.
Das Buch habe ich mal von jemandem mit einer Kiste anderer alter Bücher und Krams geschenkt bekommen.
Ich arbeite gern mit Krams, mit Dingen, die übrig bleiben, wenn ein Mensch einen Teil seines Lebens entsorgen möchte oder wenn ein Mensch für immer geht. Ich arbeite gern mit Erinnerungen, mit Vergänglichem aber vor allem mit dem was bleibt. Ich habe eine Sammlung an Nestern, die ich nach Stürmen gefunden habe und Schädeln u.s.w.
Wie auch immer…. ich habe also die Kiste gern genommen, ohne sofort zu schauen, was alles darin war.
Nun weiß ich es.
Das Buch ist ein Problembuch für mich. Probleme kann man nur lösen wenn man sie angeht. Angehen heißt für mich Verwandeln. Ich weiß noch nicht genau wie, das Buch ist sehr dick. Löse ich Seiten heraus und bearbeite sie einzeln? Nehm ich das Buch als Ganzes? Oder schmeiß ich es ins Feuer. Verbrennen ist ja auch eine Art Wandlung.

Das Buch hat viel mit meiner Familiengeschichte zu tun. Daher ist verbrennen für mich keine Lösung, Verdrängen ist keine Option sondern ich muss es anders angehen. Wie genau? Das wird sich finden!

Bis dahin
Leben, lieben, lachen und das Atmen nicht vergessen

Herzlichst
Anna



Zurück zur Kunst

Im Moment mal ich kleine, teilweise sehr kleine Formate.
Das Journal sowie die, teilweise winzigen, Arbeiten in A6 bieten mir die Möglichkeit zum Kern zurück zu kommen.
Kunst, die nicht danach trachtet, etwas zu bedeuten oder etwas anderes zu sein als eine Momentaufnahme. Kunst, die nicht im geringsten etwas mit Kunst verkaufen zu tun hat. Kunst, bei der nicht der Gedanke an den Kunstmarkt eine – vielleicht auch nur kleine – Rolle spielt. (und erzähle mir keine/r der Gedanke sei nicht, wenn auch vielleicht nur unbewusst, vorhanden).
Das ist auch in Ordnung so, wir möchten schließlich alle von unserer Kunst, unserer Arbeit leben können.
Seit einiger Zeit empfinde ich Kunst allerdings, jedenfalls vieles was mir unter die Augen kommt, als marktangepasst.
Was ich auch schlimm finde, es wird im Eiltempo produziert als wäre der Leibhaftige hinter einem her. Meine Güte, so schnell kann ich gar nicht pinseln, aber ich fühle mich auch nicht vom Leibhaftigen gescheucht.
Massenweise neue Anbieter von Online Kunstkursen schießen aus dem Boden. Was ein Markt!
Dort kann man/frau „versprochen“ in Windeseile lernen zu malen, abstrakte Werke in Serien herzustellen, die sich dann“selbstverständlich“ auch gut verkaufen lassen. Das gibt es nicht nur in Deutschland sondern überall scheint das Bedürfnis, als „Künstler/In“ erfolgreich zu sein immer größer zu werden und natürlich machen viele gern ein gutes Geschäft damit, dieses Bedürfnis zu befriedigen. Was übrigens bei mir zur Folge hat, das ich schon überlegt habe, mir einen anderen Beruf zu suchen. Ich bin durchaus aufgeschlossen, noch mal zu studieren. Psychologie wäre gut, dann könnte ich mich aus professioneller Warte auf dieses Phänomen konzentrieren.

Ich weiß es klingt böse, aber teilweise sehe ich schauerliches Geschmiere, das auf manchen Plattformen als Kunst angeboten wird, von Menschen, die vor maximal einem Jahr das erste Mal einen Pinsel in die Hände genommen haben und sich nun berufen fühlen. Manchmal allerdings sogar von Leuten, die sich seit Jahren als Künstler*in bezeichnen und die immer noch genau den gleichen Mist produzieren wie am Anfang ihrer „Karriere“. Nunja……
Gelegentlich fällt mir schon fast bewundernd staunend der Pinsel aus den Hand, wenn ich sehe wie schlecht die Arbeiten sind. Da ist eine Menge Chuzpe im Spiel!

Genug geschimpft. Es gibt auch sehr viele Künstler*Innen, deren Werke ich sehr mag, deren Arbeit ich ebenso schätze wie ihre Persönlichkeit und ihren Drang in ihrer Arbeit authentisch zu bleiben.

Zurück zum Kunstmarkt.
Der ist mir mittlerweile ein bisschen Zuwider und ich habe mich teilweise ausgeklinkt. Man muss ja nun wirklich nicht auf jedem Portal vertreten sein, eines reicht. Aber ich werde nun nicht Psychologie studieren obwohl es auf dieser Welt so einiges gibt, das ich nicht verstehe und das vermutlich interessant genug wäre, um genauer beleuchtet zu werden.
Aber ich muss ja nicht alles verstehen.
Statt dessen erschließt sich mir mit der „unverkaufbaren“ Kunst ein Weg zurück zur Kunst an sich. Zur Kunst um ihrer selbst willen und das ist ein unbeschreibbarer Genuss. Momentan, ich weiß das kann sich jederzeit so schnell ändern, wie meine Haarfarben, will ich nur auf kleinen Formaten arbeiten, behutsam und mit fast zärtlicher Vorsicht auf und mit empfindlichen Papieren.

So in etwa…..

Spread 7

Bis dahin
Leben, lieben, lachen und das Atmen nicht vergessen

Herzlichst
Anna

Influenza :-)

Mich hat letztens jemand gefragt ob ich jetzt Influenzer werden wolle, oder heißt es Influenzer*in?
Nein, möchte ich ganz bestimmt nicht! Obwohl, die Zeit hätte ich jetzt ja. Corona bedingt hat sich meine Leben gewandelt, keine Kurse, aktuell auch keine In Person Workshops.
Meine Atelier ist um die Hälfte seiner Quadratmeter geschrumpft weil durch einen Wasserschaden das Musikstudio meines Mannes runiert wurde.
Großzügig habe ich ihm einen meiner Räume abgetreten, um mich dann zunächst zu fragen “ und nun?“
In meinem noch verbliebenen Raum sieht es jetzt anders aus. Meine Filmstation ist aufgebaut und ich finde mich umgeben von 2 Rechnern, 1 Nähmaschine, 1 Staffelei incl. Maltisch und jede Menge Arbeitsmaterialien ganz gut zurecht.

Zurück zur Influenzer*in. Wie gesagt, ich habe ja nun mehr Zeit…..
Und in den letzten Monaten war auch genug Zeit, sich durch Instagram zu klicken. Das macht manchmal Spaß und manchesmal bin ich eher verblüfft. Vor allem wieviele dieser interessanten Spezies “ Influenzer*in gibt. Es wird in jedem Bereich influenzt. Gewicht, Makeup, Mode, Sport, Einrichtung, um nur einige zu nennen. Einrichtungsseiten folge ich übrigens mit großer Freude ebenso wie Seiten, die sich mit Gärten und Pflanzen befassen.
Am meisten hat mich allerdings – eher negativ – beeindruckt, wieviele Frauen in meinem Alter und älter sich bemühen zu influenzen, in dem sie sich ständig in neuen Klamotten fotografieren (lassen). Was für ein Aufwand, ständig umziehen, ständig posen, den richtigen Lichteinfall finden, und dann muss das ja auch alles noch digital bearbeitet werden. Dazu gibt es gern auch mal Lebensweisheiten, wie die auf Kohlehydrate zu verzichten, Sport zu treiben und die richtige Gesichtspflege zu benutzen. Eine Dame, ich gebe gern zu, sie ist massiv erfolgreich, hüpft auch gern in Talkshows herum oder fäusteballend auf ihren Fotos und gibt zu allem möglichen „weise“ Statements ab. Über 70 aber „jung und vital“ und alle Ihre – hauptsächlich weiblichen Follower*Innen wollen sein wie sie. Ich persönlich denke immer wenn ich sie sehe, das sie ein Problem mit ADHS hat aber das kann ja auch ein Irrtum sein.

Aber hallo, geht’s noch? Seid doch einfach ihr selbst! Lasst euch mal von euch selbst so beeindrucken oder findet euch selber so toll.
Älter werden ist nicht nur lustig und die wenigsten haben die Zeit und das Geld zur Kosmetikerin zu gehen oder sich permanent in neue Kleidung zu werfen, mal abgesehen davon, daß das mit Nachhaltigkeit ja nun eher gar nichts zu tun hat. Man braucht gelegentlich einen oder auch mehrere neue Zähne oder neue Linsen in den Augen, weil der graue Star überhand genommen hat. Es tut der Rücken weh, die Gelenke spielen nicht mehr mit (bei mir übrigens trotz Sport) und ständig muss man zu Vorsorgeuntersuchungen, was auch immer…..

Mit all den Zipperlein, die kommen, die gute Laune zu behalten, die Freude am Leben – das ist die Kunst.
Und nicht so zu tun als wäre alles easy.
Nein, älter werden ist nicht nur lustig aber die Alternative ist Sch….

Und mal ganz davon abgesehen, 1. will ich nicht influenzen und 2. ich liebe Kohlehydrate!

So, das musste mal gesagt werden!

Da dieser Blog „Wort und Bild“ betitetelt ist….hier kommt dann jetzt ein Bild. Und da dieser Text sonst zu lang wird werde ich in den kommenden Tagen weiterschreiben.

Spread 5


Ich filme nicht alle Seiten in meinem Journal aber manchmal knipse ich die Kamera an. Die Entstehung dieser Seite findet ihr hier, dieses Mal in Echtzeit ohne Zeiraffer:

Bis dahin
Leben, lieben, lachen und das Atmen nicht vergessen

Herzlichst
Anna

Ich falle weich

Heute keine Poesie sondern das reale Leben.

Ich falle weich!
Im Gegensatz zu vielen KollegInnen, denen Corona im letzten Jahr böse mitgespielt hat und noch immer ist kein Ende abzusehen. Meine Malschule hat der Situation nicht stand halten können aber ich bin nicht allein auf das Einkommen angewiesen, das ich mit Kursen verdient habe.
Ich habe lange nichts geschrieben, einfach weil ich nicht mehr wusste was ich schreiben soll. Ich hatte keine Ahnung was weiter geht und wie es weiter geht. Wie vermutlich viele Andere habe ich das letzte Jahr zwischen Aktivität und einer gewisssen Schockstarre verbracht. Habe gemalt, habe geschrieben und wenn, dann immer extrem. Bis mir der Rücken schmerzte oder meine Hand. Neue Bilder aus 2021 gibt es hier zu sehen.
Aber genauso so extrem hatte ich an manchen Tagen das Gefühl, ich komme nicht mehr vom Sofa hoch, das Gefühl, das endet alles nie und wurde immer müder. Depression trifft es nicht aber manchmal bin ich morgens aufgewacht mit einem Gefühl von Traurigkeit, das ich mühsam weggedrückt habe, um überhaupt in die Pötte zu kommen. Das miese Wetter war auch nicht wirklich hilfreich. Nun wird es immerhin schon Frühling und wir werden sehen, wie es mit der Pandemie weitergeht.
Mein Atelier habe ich nun für mich, ganz ungewohnt aber die Situation hat mir auch neue Möglichkeiten eröffnet.
Ich habe meine Technik aufgerüstet für ein bestelltes Online Malvideo und das Drehen hat mir soviel Freude gemacht, das ich nun dabei bin die ersten Versuche mit Videos für YouTube zu machen.

Ich bin wieder zurück zum Artjournaling in meinem alten Buch aus 1949, in dem ich schon länger arbeite.
Einige Seiten finden sich hier. Die neuen Seiten werden bald hinzugefügt. Allerdings finde ich meine neue Kamera und auch die neue Beleuchtung so genial….vielleicht sollte ich alle Seiten neu fotografieren?
Außerdem habe ich zusätzlich ein neues Journal angefangen.
Der Titel des Buches ist „Unfolding with Grace“. Es ist ein so feines ledergebundenes Buch mit Seiten aus Bütten, das ich darin mit Freude aber auch mit Vorsicht arbeite. Ganz anders als bei meinen abstrakten Leinwandarbeiten, die aber ohnehin immer mehr in den Hintergrund rücken. Das Vorsichtige, Konzentrierte und Behutsame ist für mich gerade weitaus genussvoller.

Und es soll zu einer Art Blog/Vlog…. ich weiß auch noch nicht genau, wie man das nennt….werden. Ich möchte die Arbeit an diesem Journal mit Videos dokumentieren. Malerisch hauptsächlich aber manchmal hab ich auch das Bedürfniss zu reden oder zu schreiben. Überhaupt ist meine Lust, mich auf die eine oder ander Art zu äußern, mich mitzuteilen wieder da. Der Schlüssel, mit dem ich mich im Elfenbeinturm eingeschlossen hatte, ist wieder aufgetaucht und ich habe mich entschlossen, die Tür wieder aufzuschließen. Obwohl…. so ein Turm hat ja was 😉

Hier die ersten Seiten aus „Unfolding with Grace“



Und wer gucken möchte, hier geht es zu einem kleinen Video https://youtu.be/PwdjDLc6_X0
Mehr kommen zügig.

Leben, lieben, lachen und das Atmen nicht vergessen 😉

Herzlichst
Anna

Federn

Federn schweben leicht
Füße auf Samt
Dunkel und weich
Gleißend
Das Licht durch Grün
Der Tag beginnt leuchtend

Zart glitzernd

zart glitzernd
der Tag
in verschwimmendem weiß
Fäden aus Licht
gewunden
in ein Kleid aus Sternen

In Wärme geborgen

in Wärme geborgen
eines Atems
Tautropfen zerschnitten
bluten