Zurück zur Kunst

Im Moment mal ich kleine, teilweise sehr kleine Formate.
Das Journal sowie die, teilweise winzigen, Arbeiten in A6 bieten mir die Möglichkeit zum Kern zurück zu kommen.
Kunst, die nicht danach trachtet, etwas zu bedeuten oder etwas anderes zu sein als eine Momentaufnahme. Kunst, die nicht im geringsten etwas mit Kunst verkaufen zu tun hat. Kunst, bei der nicht der Gedanke an den Kunstmarkt eine – vielleicht auch nur kleine – Rolle spielt. (und erzähle mir keine/r der Gedanke sei nicht, wenn auch vielleicht nur unbewusst, vorhanden).
Das ist auch in Ordnung so, wir möchten schließlich alle von unserer Kunst, unserer Arbeit leben können.
Seit einiger Zeit empfinde ich Kunst allerdings, jedenfalls vieles was mir unter die Augen kommt, als marktangepasst.
Was ich auch schlimm finde, es wird im Eiltempo produziert als wäre der Leibhaftige hinter einem her. Meine Güte, so schnell kann ich gar nicht pinseln, aber ich fühle mich auch nicht vom Leibhaftigen gescheucht.
Massenweise neue Anbieter von Online Kunstkursen schießen aus dem Boden. Was ein Markt!
Dort kann man/frau „versprochen“ in Windeseile lernen zu malen, abstrakte Werke in Serien herzustellen, die sich dann“selbstverständlich“ auch gut verkaufen lassen. Das gibt es nicht nur in Deutschland sondern überall scheint das Bedürfnis, als „Künstler/In“ erfolgreich zu sein immer größer zu werden und natürlich machen viele gern ein gutes Geschäft damit, dieses Bedürfnis zu befriedigen. Was übrigens bei mir zur Folge hat, das ich schon überlegt habe, mir einen anderen Beruf zu suchen. Ich bin durchaus aufgeschlossen, noch mal zu studieren. Psychologie wäre gut, dann könnte ich mich aus professioneller Warte auf dieses Phänomen konzentrieren.

Ich weiß es klingt böse, aber teilweise sehe ich schauerliches Geschmiere, das auf manchen Plattformen als Kunst angeboten wird, von Menschen, die vor maximal einem Jahr das erste Mal einen Pinsel in die Hände genommen haben und sich nun berufen fühlen. Manchmal allerdings sogar von Leuten, die sich seit Jahren als Künstler*in bezeichnen und die immer noch genau den gleichen Mist produzieren wie am Anfang ihrer „Karriere“. Nunja……
Gelegentlich fällt mir schon fast bewundernd staunend der Pinsel aus den Hand, wenn ich sehe wie schlecht die Arbeiten sind. Da ist eine Menge Chuzpe im Spiel!

Genug geschimpft. Es gibt auch sehr viele Künstler*Innen, deren Werke ich sehr mag, deren Arbeit ich ebenso schätze wie ihre Persönlichkeit und ihren Drang in ihrer Arbeit authentisch zu bleiben.

Zurück zum Kunstmarkt.
Der ist mir mittlerweile ein bisschen Zuwider und ich habe mich teilweise ausgeklinkt. Man muss ja nun wirklich nicht auf jedem Portal vertreten sein, eines reicht. Aber ich werde nun nicht Psychologie studieren obwohl es auf dieser Welt so einiges gibt, das ich nicht verstehe und das vermutlich interessant genug wäre, um genauer beleuchtet zu werden.
Aber ich muss ja nicht alles verstehen.
Statt dessen erschließt sich mir mit der „unverkaufbaren“ Kunst ein Weg zurück zur Kunst an sich. Zur Kunst um ihrer selbst willen und das ist ein unbeschreibbarer Genuss. Momentan, ich weiß das kann sich jederzeit so schnell ändern, wie meine Haarfarben, will ich nur auf kleinen Formaten arbeiten, behutsam und mit fast zärtlicher Vorsicht auf und mit empfindlichen Papieren.

So in etwa…..

Spread 7

Bis dahin
Leben, lieben, lachen und das Atmen nicht vergessen

Herzlichst
Anna

3 Gedanken zu „Zurück zur Kunst

  1. Künstler über Künstler! Vorsichtig mit dem „schauerlichen Geschmiere“! Ich bin sicher, dass es auch Blinde gibt, die das über Deine Arbeiten sagen würden – zumindest über die, auf denen nicht mindestens eine Katze zu erkennen ist. Aber ich geniesse sie, und andere. Schwierig wird es oft erst, wenn Künstler über die eigenen Werke philosophieren.

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