Impressum und Verwandlung

Man kann ja auf WordPress auch seine Statistiken einsehen. Ausser der Anzahl der Seitenbesuche und, was ich immer sehr interessant finde, die Länder aus denen mein Blog angeklickt wird gibt ja auch die „beliebteste Seite“.
Oh Wunder, die beliebteste Seite meines Blogs ist…..tadaaaa… mein Impressum!

Was man dort findet ist mein Name, meine Adresse und das hier:
Künstlerin
Kunstdozentin
Sozialtherapeutin
Schwerpunkt Kreativcoaching

Das stimmt aber so nicht mehr, das muss ich ändern. Ich habe das Therapieren und Coachen dran gegeben, das sollen jetzt andere machen. Manchmal doziere ist noch, immer künstlere ich und ich denke, fortwährend aber mit kleinen Unterbrechungen, wenn ich zum Beispiel im Garten bin.
Im Moment denke ich viel über dieses unsägliche Buch nach, das ich im vorherigen Beitrag erwähnt habe.
Das Buch, das ich wandeln möchte, verwandeln muss. Das Buch, das soviel mit meiner Familiengeschichte zu tun hat aber auch mit der Geschichte aller, die in meinem Alter sind, deren Eltern und Großeltern das dritte Reich noch miterlebt haben.
Die meisten, die über ihre Famlie im dritten Reich schreiben, erwähnen glücklich ihren Großvater, der im Widerstand war, ihre Familie, die Menschen versteckt und in Sicherheit gebracht hat.
Mein Großvater war nicht im Widerstand. Mein Großvater war mein allerliebster und bester Opa und er war Nazi.
Nicht irgendein Nazi, er war bei der SS und ich will auch gar nicht weiter darauf eingehen, ich weiß zu wenig. Ich hätte ihn gern gefragt warum? Aber er ist früh gestorben, ich war gerade zwölf Jahre alt, liebte ihn heiß und innig und die Gelegenheit ihn zu fragen kam nicht mehr.
Mit den Jahren habe ich dann einige, mehr als unschöne Dinge erfahren und so lebe ich mit dieser Ambivalenz und dem Bedürfniss danach, seine Taten wieder gut zu machen. Vielleicht könnte ich damit auch eine karmische Last von ihm nehmen?
Kann ich vermutlich nicht und an dem, was geschehen ist kann ich auch nichts ändern.
Was ich aber tun kann ist gerade jetzt, in der Zeit in der der Antisemitismus, der still und leise über Jahrzehnte heimlich überleben konnte, sich nun langsam in diesem Land wieder ans Tageslicht traut, laut zu sein.
Laut zu sein gegen Rechts und gegen eigentümliche Verbrüderungen, die in der Querdenkerszene einen Nährboden gefunden haben, gegen all die seltsamen Gesellen mit völkischem Gedankengut…..
Wirklich laut bin ich nicht. Meine Möglichkeiten sind eher leiser Art. Malen und Schreiben macht beides nicht viel Lärm.

Reclaimed paper ist ein netter Ausdruck, geht aber auch in deutsch, zurückgefordertes Papier!
Das Papier, das in diesem Buch ist, werde ich zurückzufordern, es Seite für Seite verwandeln.
Ich will nicht im Buch direkt arbeiten, dann würde das Buch ja noch weiter existieren und die Berechtigung hat es für mich nicht. Das Papier selber ist erstaunlich fest also lässt sich sicherlich gut darauf arbeiten.


Und so sieht es nicht mehr lange aus!
Es wird mir eine große Freude sein, das Buch auf diese Art verschwinden zu lassen. Sicher verschwindet dadurch die Geschichte nicht, ich kann nichts mehr ändern, nichts wieder gut machen aber ich kann dieses „Werk“ verwandeln.

Bis dahin
Leben, lieben, lachen und das Atmen nicht vergessen

Herzlichst
Anna




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