Freunde und Feinde

Ich zitiere mich jetzt mal selber…
„Was ich aber tun kann ist gerade jetzt, in der Zeit in der der Antisemitismus, der still und leise über Jahrzehnte heimlich überleben konnte, sich nun langsam in diesem Land wieder ans Tageslicht traut, laut zu sein.
Laut zu sein gegen Rechts und gegen eigentümliche Verbrüderungen, die in der Querdenkerszene einen Nährboden gefunden haben, gegen all die seltsamen Gesellen mit völkischem Gedankengut….. „

Das schrieb ich im letzten Beitrag hier vollmundig und nach wie vor stehe ich zu der Aussage.

Laut zu sein ist nicht immer leicht. Es ist dann leicht wenn man oder frau sich Unbekannten gegenübersieht, wenn es sich um eine Menschengruppe handelt, mir der man nichts zu tun hat, mit der man keinen Kaffee trinkt, keine gemütlichen gemeinsamen Abende erinnert.

Schwierig wird es dann, wenn es sich um „Freunde“ handelt; Menschen, die man mag – bzw. mochte?
Was ist passiert in den letzten 1.5 Jahren, der Pandemiezeit, das sich jetzt der Bekannten und Freundeskreis spaltet in gut und böse, in Feind oder Freund.
Nicht nur bei mir sondern auch bei anderen Menschen höre ich das Freundschaften oder Familien zerbrechen. Und warum? Weil jede/r eine andere Sicht auf die Dinge hat?
Alles vermischt sich. Nicht jeder der sich Querdenker nennt, ist gleichzeitig ein Nazi, ich weiß.
Allerdings habe ich feststellen müssen, das in dieser Gruppe ein sehr rauher, teilweise agressiver Ton herrscht, wenn es darum geht “ Andersgläubige “ zu bekehren.
Selbst unter Freunden, Bekannten, Familienmitglieder entwickelt sich ein eigenartiger Mechanismus, der mit Streitkultur herzlich wenig zu tun hat. Freunde, Bekannte, Familienmmitglieder driften ab in eine Art dunklen Untergrund, in dem sich leicht mal einfach nur besorgte oder ängstliche Menschen mit EsoterikInnen, Mitgliedern dubioser Parteien und AnhängerInnen von Verschwörungstheorien vermengen.

Laut zu sein ist nicht immer leicht. Es ist dann nicht leicht wenn durch den Schleier der Traurigkeit der laute Ton gedämpft wird. Aber Schleier sind ja schließlich dazu da, um gelüftet zu werden……manchmal dauert es halt einen Moment.

Ich habe lange gewartet mich mit dem unsäglichen Buch zu befassen, das ich im letzten Beitrag erwähnt habe, aber nun sind die ersten Seiten sorgfältig mit einem scharfen Rasiermesser herausgetrennt.

Nachdem ich zunächst mit Tuschen gearbeitet habe und nicht zufrieden war, weil noch ich zuviel des Originaltextes sehen konnte, bin ich dazu übergegangen mit alten Papieren, Stoffresten und ähnlichen Fundstücken aus meinen Kisten, mehr zu überdecken.
Noch bin ich auf dem Weg und so sieht es gerade auf meinem Tisch aus. Nix fertig bisher aber der Prozess ist interessant und ich bin gespannt wo die Reise hingeht.


Bis dahin
Leben, lieben, lachen und das Atmen nicht vergessen

Herzlichst
Anna

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